Pädagogische Aspekte

Das Freispiel im Kindergarten

Freispiel heißt, dass sich das Kind den Partner, den Spielort, das Spielmaterial und die Zeit aussuchen darf.

Das Kind hat sich von Mutter/Vater verabschiedet, kommt in die Gruppe und sucht eine Orientierung. Vielleicht schaut es sich erst einmal um oder geht direkt auf jemanden/etwas zu. Dieses  „Ankommen“ ist von Kind zu Kind unterschiedlich, steht immer im direkten Bezug zu seiner Lebenssituation und fordert seine Eigeninitiative heraus.

Die Wichtigkeit des Freispiels gründet darin, dass das Kind selbst bestimmen und in unterschiedlichen Bereichen Erfahrungen erleben kann.
Das Kind darf bauen, malen, erzählen, sich bewegen und eine ganze Menge mehr. Es hat die Möglichkeit seine Sinne zu schulen, Zusammenhänge zu erkennen, das Miteinander auszuprobieren, Selbstvertrauen zu gewinnen oder einfach mal „die Seele baumeln“ zu lassen.

Das Spiel bietet in sich Freude und Bereicherung und ist die kindliche Form der Auseinandersetzung mit dem Leben.

Das Spiel im Freien

Das Spiel im Freien nimmt im Tagesablauf der Rappelkiste einen festen Platz ein und ist ein wichtiger Bestandteil der Pädagogik.

In der heutigen Zeit treten vermehrt Wahrnehmungsprobleme und motorische Auffälligkeiten bei Kindern auf. Fachleute wie Therapeuten, Psychologen, Ergotherapeuten und  Motopädagogen haben erkannt, dass eine Vielzahl von Wahrnehmungsproblemen aus einem Mangel an Bewegung und Körpererfahrung entstehen können.

Das Spiel der Kinder verlagert sich immer mehr von draußen nach drinnen. Steigender Medienkonsum und verändertes Spielverhalten der Kinder führen dazu, dass das freie unorganisierte Spiel der Kinder  abnimmt. Kinder erhalten vermehrt sinnliche Reize über die auditive und visuelle Wahrnehmung (z.B. Fernsehen, DVD, Computer etc.), bei der die Körpererfahrung, die Erforschung der Umwelt mit allen Sinnen, das Greifen vor dem Begreifen, häufig vernachlässigt wird. Mit dem Wegfall natürlicher Bewegungsräume, wird es in der Kindertagesstätte immer wichtiger möglichst viele Gelegenheiten zur Bewegung, zum Spiel im Freien und zum Sammeln von Körpererfahrungen zu geben.

Das Freispiel auf dem Spielplatz der Rappelkiste erfordert für Kinder und Erzieherinnen klare Absprachen. Es werden in den Gruppen Regeln erarbeitet, die von den Kindern eigenverantwortlich eingehalten werden müssen.  Es fördert, neben allen sinnlichen Erfahrungen, die Selbständigkeit der Kinder und hilft gruppenübergreifende Kontakte aufzubauen.

Die Erzieherin schätzt ab, in wie weit jedes einzelne Kind in der Lage ist die erarbeiteten Regeln zu befolgen und entscheidet so, wer alleine auf das Außengelände darf.

Es finden trotzdem regelmäßige Kontrollen/indirekte Beobachtungen der Erzieherinnen statt.