Betreuung von Kindern unter 3 Jahren

In keiner Phase seines Lebens lernt der Mensch so begierig und schnell, wie in den ersten Jahren. Differenzierte Erfahrungen in den ersten Lebensjahren treiben die Entwicklung des Kindes deutlich voran. Lernen funktioniert dann besonders gut, wenn gleichzeitig auch jenes Areal im Gehirn aktiviert ist, das für die Verarbeitung von Emotionen mit verantwortlich ist. Die emotionale Sicherheit bzw. Bindung spielt also vor allem für die Entwicklung in den ersten Lebensjahren eine entscheidende Rolle.

Die Kindertagesstätte „Rappelkiste“ betreut zur Zeit in zwei Gruppen Kinder ab zwei Jahren. Das heißt, die Kinder werden in altersübergreifenden Gruppen, zu höchstens 15 Kindern, von zwei festen Bezugspersonen betreut. Pro Gruppe können bis zu fünf Kinder unter drei Jahren aufgenommen werden.

Die Kinder werden behutsam, nach dem Eingewöhnungsmodell der  „Rappelkiste“, an den Tagesablauf herangeführt. Jedem Kind wird soviel Zeit der Eingewöhnung und zum Aufbau von neuen Bindungen zur Verfügung gestellt wie es individuell benötigt. Eltern oder eine andere Bezugsperson sind in diesen Eingewöhnungsprozess eingebunden und in dieser Phase immer für das Kind erreichbar.

Wenn die Interaktion beständig und vorhersehbar von emotionaler Sicherheit und Feinfühligkeit gekennzeichnet ist, können Kinder ein inneres Arbeitsmodell von Bindung entwickeln, das von Sicherheit geprägt ist. So können Kinder ohne Angst die Umwelt erkunden und vertrauensvoll auf andere  Menschen zugehen; in der Kindheit und auch später als Erwachsene.
In einem liebevoll gestalteten und geschützten Rahmen ermöglichen die Erzieherinnen die Voraussetzungen die Umwelt für sich allein und mit anderen Kindern zu erfahren und sich mit ihr auseinander zu setzen.

ZIELE dabei sind, jedes einzelne Kind in den Mittelpunkt zu stellen:

  • Sicherheit darüber zu gewinnen, dass sich die Beziehung zu den Eltern nicht verändert und die Eltern immer wieder kommen.
  • Neue Beziehungen zu den Fachkräften aufzubauen.
  • Neue Beziehungen zu andren Kindern aufzubauen.
  • Starke Emotionen zu bewältigen (z.B. Trennung – Schmerz).
  • Neue Umgebung.


Für die ELTERN bedeutet dies:

  • Erstmaliges Lösen vom Kind - für längere Zeit.
  • Eine vertrauensvolle Partnerschaft zur Fachkraft aufzubauen.